>
Mapping
>
Info
>
Spurensuche
>
Archiv
>
Spuren
>
Erzählungen

Die Erzählungen stellen Zusammenhänge zwischen den vielfältigen Spuren her, welche die koloniale Geschichte in der Stadt hinterlassen hat. Sie verweisen auf historische Ereignisse und berichten über das Wirken diverser Akteure des Kolonialismus. 

 

>
Schichten
>
Gespenster
>
Spix und Martius in Brasilien

Von 1817 bis 1820 führten Johann Baptist von Spix und Carl Friedrich Philipp von Martius im Auftrag des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph eine Brasilien-Expedition durch. Von der Expedition brachten Spix und Martius eine große Sammlung von Pflanzen und Tieren mit nach München. Diese Sammlung umfasste:

  •     6.500 Pflanzen
  •     2.700 Insekten
  •     85 Säugetiere
  •     350 Vögel
  •     150 Amphibien und Reptilien
  •     116 Fische

 

Die gesammelten Tiere und Pflanzen bilden bis heute eine wichtige Grundlage der zoologischen und botanischen Sammlungen in München.

Martius' Palmenzeichnungen

Wikimedia Commons

Im Völkerkundemuseum befinden sich außerdem zahlreiche ethnographische Sammelstücke, wie Masken, Federschmuck und Waffen, die ebenfalls von Spix und Martius nach München gebracht wurden. Beide Forscher erhielten höchste Auszeichnungen. Bis heute befinden sich ihre Gräber auf dem Alten Südlichen Friedhof und beide Forscher werden mit einer Straße in München geehrt. An Martius erinnern außerdem eine Büste im Botanischen Garten und eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus in der Barerstraße, die auf Initiative der brasilianischen Regierung angebracht wurde.

Johann Baptist von Spix

Wikimedia Commons

Carl Friedrich Philipp von Martius

Wikimedia Commons

Ihre Sammlungswut beschränkte sich nicht allein auf Pflanzen und Tiere. Sie verschleppten auch mehrere Kinder. Einige dieser Kinder verschenkte Martius, andere überlebten die Schiffsreise nicht. Nur zwei Kinder im Alter zwischen 12 und 14 Jahren kamen lebend in München an. Sie wurden - nach ihren jeweiligen Sprachgruppen - Juri und Miranha genannt. Ihre Geburtsnamen sind bis heute unbekannt. Beide starben wenige Monate nach ihrer Ankunft in München. Der Kopf von Juri wurde nach dem Tod abgetrennt und in der anthropologischen Sammlung ausgestellt. Das Grab der Kinder befand sich ebenfalls auf dem Alten Südlichen Friedhof, wurde aber aufgelassen und dient heute als Grab des ehemaligen Kultusministers Ludwig von Müller.

MartiusstraßeSpixstraßeBüste von Carl Friedrich Philipp von MartiusGedenktafel für Carl Friedrich Philipp von MartiusGrab von Carl Friedrich Philipp von MartiusGrab von Johann Baptist von SpixGrab von Juri und MiranhaGrabtafel von Juri und MiranhaJuri und Miranha am Rosa MaibaumYuri-Maske im Völkerkundemuseum

 

>
Otto Friedrich von der Gröben
>
Koloniale Straßennamen
>
Der Genozid an den Herero und Nama
>
Der Kolonialbildhauer Fritz Behn (1878 – 1970)
>
Cula
>
Der Raub des Tangué
>
Vom Kolonialsoldaten zum Nationalsozialisten: Franz Ritter von Epp (1868-1947)
>
Koloniale Gedenktafel
>
Juri und Miranha
>
Badià Akafèfè Dalle