> Tour zum Thema "Wissen"

Die Wissenschaftler_innen und Forscher_innen, die sich aufmachten, die weißen Flecke ihrer Landkarten zu entdecken und ihre weiße Welt mit Wissen zu füllen, waren Wegbereiter_innen der kolonialen Eroberung. Wo immer sie anlandeten, kartierten sie, kategorisierten sie, ordneten und definierten sie und produzierten auf diese Weise ein Wissen über die Welt, welches als Grundlage der Unterwerfung und Nutzbarmachung ganzer Landstriche und deren Bevölkerungen diente. Im Geiste der Wissenschaft wurden aber nicht nur Landschaften, Flora und Fauna katalogisiert, sondern auch Menschen. Sie wurden wie Tiere, Pflanzen und Objekte gesammelt, vermessen und als Anschauungsobjekte nach Europa verschleppt. Dort wurden sie der Schaulust der Bevölkerung ebenso ausgeliefert, wie dem Drang von Wissenschaftler_innen, sie zu erforschen und in ein rassistisches Weltbild einzuordnen. So wurden die Erforschten zu "Anderen", Untergeordneten gemacht, um die vermeintliche Überlegenheit der weißen Europäer_innen ideologisch zu rechtfertigen.

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